Über die Jahre haben Wegbegleiter, Kunstschaffende und Kritiker das Werk von Sylvia Catharina Hess in Eröffnungsreden und Rezensionen gewürdigt. Eine Auswahl.

Stimmen zum Werk
Michael Kröger
Eröffnungsrede zur Erstpräsentation der Serie „Fensterblicke“ · März 2024
„Der Mensch tritt mehr und mehr zurück, sein Blick geht durch Fenster und Türen in Gärten und gestaltete Natur.“
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Was beeinflusst eine Malerin in ihrer Entwicklung jenseits technischer Fragen in Hinblick auf die Motive, die sie sozusagen zu Leinwand bringt? Und in welchen Zeiträumen? Wir präsentieren heute eine ganz erstaunliche und schnelle Entwicklung seit ihrer letzten Ausstellung hier bei uns vor einem Jahr.

Corona-Pandemie, Vulkanausbruch des Tajogaite, Russlands Krieg gegen die Ukraine und damit in Europa, Terror und neuerlicher Krieg in Palästina, Zerfall von Haiti im Bandenkrieg, Bürgerkriege allerorten, Unterdrückung kritischer Stimmen in vielen Ländern und nicht zuletzt der Klimawandel waren und sind Ereignisse, die uns alle tief bewegen und beeinflussen und deutliche Spuren hinterlassen. Im Gegensatz zu „normalen Menschen“ hat ein Künstler die Chance, diese Ereignisse in seiner Kunst zu bearbeiten und vielleicht auch ein bisschen zu verarbeiten. Dies hat Sylvia eindrucksvoll gemacht und in diversen Ausstellungen in Santa Cruz, El Paso, in Alzey und auch hier bei uns präsentiert. Die drei Bilder im Nebenraum sind noch dieser Phase zuzuordnen.

Und obwohl sie mit den „Optimistinnen“ in der letzten Ausstellung auch ein positives Signal Richtung Zukunft gesetzt hat, bleibt die Gewissheit, dass nichts mehr sicher ist, dass unser kleines persönliches Paradies und unser gemeinsames Inselparadies gefährdet sind.

Somit entstand die Idee zu einem neuen Werkzyklus, der zerbrechliche Paradiese zum Inhalt hat. Sylvia begann diesen Zyklus mit Personen, die mit Symbolen ausgestattet sind. Der Hut oder die Kopfbedeckung steht für behütet, Pflanzen stehen für Schönheit und Vergänglichkeit. Wir sehen heute drei von sicher zehn Bildern aus dieser Reihe. Aber Sylvia wäre nicht Sylvia, wenn sie dieses Gedankengut nicht noch weiterentwickelt hätte.

Beeinflusst auch von Marcel Prousts Werk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ mit vielen Rückblicken auf eine gefühlt glücklichere Vergangenheit, landet sie in der Natur selbst. Der Mensch tritt mehr und mehr zurück, sein Blick geht durch Fenster und Türen in Gärten und gestaltete Natur. Gestaltete Natur, die wir uns selbst geschaffen haben und die unsere kleinen persönlichen Paradiese darstellt. Diese Serie mit dem Titel „Fensterblicke“ erlebt heute hier ihre Erstpräsentation. Wir sind glücklich und auch ein bisschen stolz, der dafür ausgesuchte Ort zu sein.

Betrachten Sie bitte diese Bilder von Sylvia unter diesen Gesichtspunkten und huldigen Sie dieser außergewöhnlichen Malerin mit einem Schluck auf ihr Wohl, ihre Arbeit, ihre Kreativität und ihre Schaffenskraft.

Michael Kröger, März 2024

Eckhard Meier-Wölfle
Eröffnungsrede zur Ausstellung „LebensSpuren“, Burggrafiat Alzey · 17. Juni 2023
„Ein Moment der Ewigkeit malerisch festgehalten. Der Zauber ist eine Millisekunde oder das Leben selbst.“
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Die figürliche Malerei war schon immer da. Es gab eine Zeit, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, da stand sie nicht im Fokus des Kunstbetriebs: Abstraktion – wie man heute weiß, vom amerikanischen Geheimdienst als politisches Mittel gefördert – war das Gebot der Stunde. Ja, sogar Professor Joseph Beuys ermahnte seine Studenten: „Wer eine Leinwand kauft, macht schon den ersten Fehler.“ Zum Glück ließen sich viele Kunstschaffende davon nicht irritieren.

Figürliche Malerei hat es zumindest in der westlichen Welt schon immer gegeben. Von der steinzeitlichen Höhlenmalerei über die Antike zum Mittelalter waren es Motive des Glaubens und der Herrscher. Ab dem 17. Jahrhundert kamen erstmals Alltagsszenen, in der Romantik, im Impressionismus und Expressionismus Landschaften und Stillleben dazu. Dann gab es einen kunsthistorischen Knall: Ende der 1970er-Jahre feierten die „Neuen Wilden“ – Salomé, Fetting, Middendorf, Bach, Lüpertz – „die Auferstehung der figürlichen Malerei“. Das schlief wieder ein, bis es um 2000 erneut einen Knall gab mit der Leipziger Schule um Prof. Arno Rink. Auf den Erwerb eines Bildes von Shootingstar Neo Rauch warten Sie drei bis vier Jahre und dürfen dann mindestens 50.000 Euro hinlegen. So lange müssen Sie bei Hess nicht warten, und preiswerter ist es auch.

Der Titel der Ausstellung lautet „LebensSpuren“. Groß Lebens, groß Spuren, zusammengeschrieben. Ein Kunstwort. Wir wissen sofort: Beides, Leben und Spuren, ist gleichsam bedeutend und untrennbar vereint. Es muss sich um Menschen handeln, sagt uns der Titel.

Im entfernten Sinne erinnern mich die Bilder von Sylvia Catharina Hess an die Leipziger Schule. Nicht so kryptisch wie bei Neo Rauch, doch kann man bei der Künstlerin von einem „Phantastischen Realismus“ sprechen. Phantastisch, da die Bildsprache die Künstlerin selbst und die Betrachter fordert. Es stellt sich die Frage, was Realität, was Fantasie in den Bildern ist. Keine Frage, die Kunst von Sylvia Catharina Hess hat autobiografische Züge: Erinnerungen an die Kindheit, erlebte oder empfundene Situationen, Schilderungen aus der Literatur. Die eigentliche Quelle? Empfinden.

Sylvia trägt viel Empathie, viel Mitgefühl in sich und bringt dies zum Ausdruck. Hier spielen Enttäuschung und Trauer, aber auch Glücksmomente eine große Rolle – eigene, am eigenen Leib und der Seele erlebte Momente wie auch imaginäre oder als Zuschauerin erlebte.

(…)

Es sind Momente von Millisekunden. Der Moment, in dem der Geist die Situation erkennt und dem Körper seine Botschaft schickt – ein Moment der Ewigkeit malerisch festgehalten. Das ist aber nicht alles. Aus dieser Millisekunde entwickelt Hess eine ganze Geschichte, einen ganzen Roman, wenn wir wollen. Uns stellen sich Fragen, wir können die Geschichte weitererzählen. Trifft der Balljunge draußen endlich seine Freunde fürs Leben? Geht es glücklich weiter mit dem behüteten Mädchen? Die Künstlerin überlässt es uns, wie es weitergeht – bei mir enden die Geschichten immer positiv.

(…)

Zum Schluss ein persönliches Erlebnis: Das erste Mal, dass ich Arbeiten von Sylvia Catharina Hess gesehen habe, war bei einer Gruppenausstellung. Da rase ich meistens durch, wähle aus, was mich interessiert, und kehre dann zur eingehenden Betrachtung zurück. Figürliche Darstellung interessiert mich da meistens nicht so sehr. Aber: Ich blieb schon beim ersten Rundgang merkwürdigerweise an den Hess-Bildern hängen. Wer ist die Künstlerin? Was ist der Zauber dieser Bilder? Ich beschloss, anderntags zurückzukehren. Dann, nach einem Schlückchen Wein, wusste ich: Der Zauber ist eine Millisekunde oder das Leben selbst.

Eckhard Meier-Wölfle, freischaffender Künstler im BBK RLP · Alzey, 17. Juni 2023

Eckhard Meier-Wölfle
Eröffnungsrede zur Ausstellung „Aufgetischt und Wirklichkeit“, Schmiede Wettig, Nieder-Olm · 14. Juni 2019
„Sylvia Catharina Hess’ Arbeiten bestechen durch eine helle Freundlichkeit – zarte Farben überwiegen. Die Bildkomposition strahlt Ruhe aus. Alles in sich ruhend.“
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In einer Schmiede auszustellen oder sich eine Ausstellung anzusehen hat etwas Besonderes. Ein Raum eines uralten Handwerkes, welches es heute noch in etwas abgewandelter Form der Metallverarbeitung gibt. In unserem Sprachgebrauch hat sich dieses Handwerk bis heute erhalten: „Pläne schmieden“, „ein heißes Eisen anfassen“ oder „das Eisen schmieden, solange es heiß ist“.

Älter als dieses Handwerk ist die Malerei. So kennen wir die großartigen Höhlenmalereien von Lascaux oder Altamira, die vor 40.000 Jahren entstanden und vermutlich spirituellen Zwecken oder der Informationsvermittlung dienten.

Die „Glockwerker“ schmiedeten nun den Plan einer Ausstellung mit dem Titel „Aufgetischt“ und beauftragten damit die beiden Künstlerinnen Ramona Schütte und Sylvia Catharina Hess. „Aufgetischt“, das heißt einerseits eine Tafel, die sich durchbiegt, verbunden mit dem Wort großartig. Andererseits benutzen wir „aufgetischt“ auch für etwas, das wir schlucken sollen – eine Geschichte von Lüge oder Wahrheit.

Fällt in einem plastischen Werk zumeist die Form ins Auge, so ist dies bei der Malerei die Farbe. Sylvia Catharina Hess’ Arbeiten bestechen durch eine helle Freundlichkeit – zarte Farben überwiegen. Die Bildkomposition strahlt Ruhe aus. Weder Diagonale noch starke Anschnitte, weder kontrastierende Farbe noch Hell-Dunkel-Unterschiede dynamisieren. Alles in sich ruhend.

Ihre Motive handeln vom Menschen. Meist sind es intime Bilder flüchtiger Alltagsmomente oder Traummomente. Jedes Bild könnte einem anderen Roman entsprungen sein. Die Geschichte kennen wir nicht – aber es ist der Moment der kurzen Glückseligkeit. So führt die Künstlerin uns zu unseren eigenen kleinen Glücksmomenten hin.

Doch es gibt auch die Kehrseite – kein hüpfendes Herz, sondern ein Stich ins Herz. Motive aus dem Syrienkrieg, Gewalt auf der Straße oder in der Bar Paradiso, der Bar der großen Enttäuschung. Hier erleben wir eine ganz andere Farbigkeit – nicht zart und hell, sondern Kontraste pur.

Sylvia Catharina Hess holt für uns das kleine Paradies „Glücksmoment“ auf Erden und konserviert es für uns auf Leinwand. Machen Sie sich mit den Arbeiten vertraut – und schmieden Sie getrost den Plan, das eine oder andere Werk zu erwerben.

Eckhard Meier-Wölfle, 14. Juni 2019

Michael Kröger
Eröffnungsrede zur Ausstellung „Aufgetischt“, Galerie Avenida 17, Tazacorte, La Palma · 26. Januar 2018
„Die ursprüngliche Geschichte ist nur der Startpunkt für eine Reise in die Phantasie des Betrachters.“
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Heute präsentieren wir zum zweiten Mal die deutsche Künstlerin Sylvia Catharina Hess, und das aus gutem Grund. Sie ist eine sehr vielseitige Malerin, überrascht immer wieder mit anderen Motiven und bleibt trotzdem ihrem Stil treu. Nach dem „Kanarischen Liederbuch“ in der letzten Ausstellung zeigen wir heute Arbeiten aus dem Zyklus „Aufgetischt“.

„Aufgetischt“ ist in zweierlei Hinsicht zu verstehen: real und verständlich wie ein Stillleben mit Obst und Gemüse auf einem Tisch – aber „aufgetischt“ könnte auch bedeuten: jemandem eine Geschichte erzählen, ob wahr oder nicht ganz wahr, bleibt offen.

Hinter vielen Bildern von Sylvia stecken Geschichten: literarische, mythologische, selbst erlebte oder fantasierte. Ihr ist es wichtig, dem Betrachter eine Idee von ihrem ursprünglichen Motiv zu geben, ihn aber nicht in ihre Gedankenwelt zu pressen, sondern ihm Raum zu lassen, eigene Assoziationen zu entwickeln. Die ursprüngliche Geschichte ist nur der Startpunkt für eine Reise in die Phantasie des Betrachters.

Beispielhaft der Ursprung des Bildes „Keine Gabe für Derketó“: Ausgangspunkt ist eine altsyrisch-phönizische Sage von der Fluss- und Wassergöttin Derketó. Sie verliebt sich in einen Mann, gebiert ein Mädchen – die spätere Gründerin von Babylon –, tötet ihren Geliebten und setzt das Kind aus. Dann verwandelt sie sich in eine Nixe, weshalb ihrem Volk Fische heilig wurden.

Ich entlasse Euch mit diesen Anmerkungen in die künstlerische und geistige Welt einer im Hier und Jetzt aktiven Malerin. Fragt sie nach den Ursprüngen ihrer Bilder – und überlasst Euch trotzdem Eurer eigenen Phantasie.

Michael Kröger, Avenida 17, Tazacorte, 26. Januar 2018

Michael Kröger
Rede zur Ausstellung in der Galerie Avenida 17, Tazacorte, La Palma · 21. Januar 2016
„Sylvia spürt beim Malen innere Bildwelten auf, setzt sie in Seelenlandschaften um.“
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Im Kontrast zu unseren letzten beiden Künstlern präsentieren wir heute eine Malerin mit einem ganz anderen Stil. Wo andere die Farben scharf getrennt haben, treibt Sylvia Catharina Hess diese ineinander oder legt sie übereinander. Und doch gibt es Gemeinsamkeiten: Alle nehmen Landschaften und Sinneseindrücke auf, verschieben sie ins Unterbewusste und malen dann aus Erinnerung und Phantasie.

Sylvia spürt beim Malen innere Bildwelten auf, setzt sie in Seelenlandschaften um. So entstehen Bilder, die real nichts mehr mit dem ursprünglichen Eindruck zu tun haben, sondern eine Reise in ihre innere Welt sind, die Raum für eigene Phantasien lässt.

Aktuell hat sich Sylvia weiterentwickelt: Aus dem Leben auf La Palma und der Begegnung mit den lebensfrohen Menschen und ihren Festen ist der Zyklus „Mein kanarisches Liederbuch“ entstanden. Sie beginnt mit Fotografien oder Skizzen während der Fiestas, transferiert sie in Zeichnungen und verarbeitet diese zu Bildern. Auch hier entstehen keine Abbilder der Realität: Figuren verändern sich im Malprozess, reale und erfundene entstehen oder verschwinden.

Große Kunst in kleinem Raum – eine weitere schöne Ausstellung hier bei uns in der Avenida 17.

Michael Kröger, Avenida 17, Tazacorte, 21. Januar 2016

Ingrid Jureit
„Bildwerdungen“ · Hofheim am Taunus, Mai 2013
„Von unermüdlichem Ringen und Fleiß getrieben hat die Künstlerin ihrer Arbeit eine eigene Prägung verliehen.“
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Das Werk der Künstlerin Sylvia Catharina Hess wird ganz wesentlich bestimmt durch Überlagerungen von subjektiven Gedanken und Überlegungen zur Literatur. Diese Prägung ist umso schwieriger, wenn nicht nur Landschaft, sondern auch der Mensch zur Darstellung kommt.

Eine solche Arbeitsweise stellt Aussage und Wirklichkeit oft auf eine harte Probe: Das gemalte Bild muss auf das Wesentliche konzentriert werden, um es über Farbe und Komposition einer neuen Bedeutung zuzuführen. Die üblichen Sehgewohnheiten werden infrage gestellt, das Auge hat keinen Halt mehr in der Perspektive.

Sehen wir uns das Bild „Vierzehn“ an: Hier wird ein Lebensbogen gespannt – vom kleinen Kind über die Heranwachsende zur ausgereiften Frau. Die Vierzehnjährige trägt eine Augenbinde als Symbol für ihre gedankliche Blindheit in diesem Alter.

In vielfältiger Kleinarbeit ist die Künstlerin immer wieder bereit, Farben und Kompositionen zu verändern und Spannungen in der Bildaufteilung zu erproben. Nichts ist einfach – denn Kunst kann sich nicht mit der reinen Abbildung begnügen, sie braucht stetige Weiterentwicklung.

Von unermüdlichem Ringen und Fleiß getrieben hat die Künstlerin Sylvia Catharina Hess innerhalb kürzester Zeit ihrer Arbeit eine eigene Prägung verliehen und dabei sehr viel bewegt.

Ingrid Jureit, Hofheim am Taunus, Mai 2013

Prof. Dieter Fröbisch
Laudatio zur Verleihung des 10. Nassauer Kulturpreises „Kunst im freien Raum“ · 29. Oktober 2010
„Mit ihrer Installation hat Sylvia Catharina Hess Räume geschaffen, die unter die Haut gehen.“
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Nach dem Urteil der Jury habe ich mich mit viel Zeit kontemplativ mit den Werken auseinandergesetzt. Nach einer solchen Zeit schauender Versunkenheit erfolgt ein betrachtendes Erkennen – und damit ist einem das Kunstwerk auf einmal sehr nah.

Zum 2. Preis, der Installation „Traumpfad“ von Sylvia Catharina Hess: Frau Hess ist Zeichnerin, Malerin, arbeitet skulptural und schreibt – und sie schafft es, mit diesem Vermögen Installationen wie den „Traumpfad“ zu gestalten und dreidimensionale Räume zu erschließen.

Damit sich die Installation erschließt, muss man sie durchschreiten, die Texte lesen, stehen bleiben, sich auf den Baumstumpf setzen und verharren, reflektieren. Sylvia Catharina Hess hat Räume geschaffen, die unterschiedlichste Empfindungen auslösen, die reinziehen, die unter die Haut gehen. Fabelwesen haben sich um einen versammelt – Gnome, Maskenmänner, Wächter. Sie sprechen zu mir über Aphorismen und Gedichte.

Dann lese ich: „Leben heißt ankommen und gehen.“ Als ich ging, war ich wie aufgewacht und seltsam berührt. Danke, Sylvia, und herzlichen Glückwunsch zum 2. Preis.

Prof. Dieter Fröbisch, 29. Oktober 2010

Uwe Gilberg-Rindsfüßer
Eröffnungsrede „Künstler sehen den Mittelrhein – 10 Jahre Weltkulturerbe Mittelrhein“ · 22. März 2012
„Da sprüht der Geist Funken, da lacht das Herz des Künstlers und des Betrachters ebenso.“
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Meine Lieblingsgruppe sind die Künstler, die sich mit dem Mittelrhein, seinem Mythos und der Geschichte der Rheinromantik zunächst intellektuell auseinandergesetzt und diese Auseinandersetzung dann künstlerisch umgesetzt haben. In einem solchen Prozess sprüht der Geist Funken, da lacht das Herz des Künstlers und des Betrachters ebenso.

Wer sich das Werk „Ach, Lore…“ von Sylvia Catharina Hess ansieht und dabei an Brentanos Gedicht von der Lore Lay denkt, der kann ob der gut 200-jährigen Geschichte dieser tragischen Frauenfigur ins anregende Grübeln verfallen. Es macht stolz, dass dieses Bild eigens für diese Ausstellung geschaffen wurde.

Uwe Gilberg-Rindsfüßer, 22. März 2012

Pressestimmen
„Aufgetischt und Wirklichkeit“ – Bilder von Sylvia Catharina Hess und Skulpturen von Ramona Schütte in der Schmiede Wettig.
Margit Dörr, Allgemeine Zeitung, 18. Juni 2019 · zum Artikel
„Der Mensch steht im Mittelpunkt meiner künstlerischen Auseinandersetzung.“
Porträt über die Malerin Sylvia Catharina Hess, la-palma24.info · zum Artikel
„Ach, Lore“ – ein auf den ersten Blick naives Bild, das bei genauerem Hinsehen Gesellschaftskritik pur ist: die Loreley im Zeichen eines neuen Frauenbildes.
Michael Stoll, Rhein-Lahn-Zeitung, 12. April 2012
„Das gute Glück“ ist auf der Loreley zu finden – Installation auf dem Kunst- und Literatur-Pfad Loreley.
Carolina Küstermann, Rhein-Lahn-Zeitung, 26. August 2011