Die Serie „Wasserwelten“ ergab sich aus meiner persönlichen Beziehung zum Wasser. Ich habe meine Kindheit am Rhein bei Karlsruhe verbracht und lebe heute in Ingelheim wieder am Ufer dieses Flusses. 2024 unternahm ich eine Reise an die Plätze meiner Kindheit, die mir damals wichtig war. Daraus entstand die Idee zur Serie.

Das ferne Leuchten
Das ferne Leuchten
Eine Frau steigt in einen ruhigen Teich. Es ist die Zeit der Abenddämmerung, die blaue Stunde. Von Ferne leuchtet ein orangefarbenes Licht durch die Zweige der Trauerweide, die den Uferbereich des Teichs markiert. Dass in diesem Gewässer nicht viel Bewegung stattfindet, zeigen uns die Wasserpflanzen wie Seerosen oder Gräser, die im seichten Wasser wachsen.
Die junge Frau schaut fasziniert in Richtung des Lichts, auf ihrer Haut ist ein Wiederschein davon zu erkennen. Gleich wird sie losschwimmen, um das ferne Leuchten zu erkunden.
Was kannst du aus diesem Motiv für dich mitnehmen?
Die Dämmerung ist eine Zeit des Übergangs, des Wandels, vielleicht sogar der Erneuerung. Mit dem Eintauchen ins Wasser verliert der Körper buchstäblich seine Schwere. Dies kann ein Signal sein an die Psyche, loszulassen, was dich belastet. Schwimmen kann Endorphine freisetzen, so dass sich die Stimmung hebt. Und die regelmäßigen Schwimmbewegungen können dir helfen, ganz bei dir selbst anzukommen.
Wer weiß, was die junge Frau vorfindet, wenn sie aus unserem Blickfeld entschwunden sein wird in Richtung des fernen Leuchtens. Vielleicht nichts real Greifbares, vielleicht eine Antwort auf Fragen, die sie mit sich herumträgt und die sich beim Schwimmen wie von selbst beantworten.
Kennst du solche Momente?
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Morgenstunde
Morgenstunde
Der Rhein fließt als Grenze zwischen Wiesbaden und Mainz. Täglich brausen tausende von Autos über die Brücken, die die beiden Ufer verbinden. Flugzeuge steigen vom Frankfurter Flughafen auf oder befinden sich im Landeanflug. Lastkähne und Ausflugsschiffe nutzen den Fluss als Wasserstraße.
Und doch gibt es sie, die ruhigen Momente am Fluss. Besonders am frühen Morgen, wenn Dunst über dem Wasser aufsteigt und alles Städtische in gnädigen Nebel hüllt.
Dann kannst du dir eine schöne Uferstelle suchen, dich ans Wasser stellen und deine Gedanken schweifen lassen. Die Luft ist noch frisch und feucht, und du tankst Kraft für den Tag.
Hast du auch so einen Platz, an dem du auftanken kannst?
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Althrein
Althrein
Es war ein kühler Tag im Frühjahr. Ich war auf Fotopirsch am Altrhein in der Umgebung von Budenheim bei Mainz. Plötzlich diese verwunschene Stelle.
Dichter Uferbewuchs, Schilf, hier und da wilde Schwertlilien. Von den Bäumen am Ufer tropfte es unaufhörlich, obwohl es nicht regnete. Die Tropfen malten mit leisem Plopp Kringel ins Wasser, die sich in der trägen Strömung öffneten, zerflossen und sich bald ganz auflösten. In der Luft Vogelstimmen.
Ich stand lange und betrachtete das Spiel der Strukturen auf dem Wasser, die Spiegelungen der Uferpflanzen und das Vorbeitreiben kleiner Ästchen. Ein Gefühl von Zeitlosigkeit überkam mich.
Als es dann wirklich zu regnen begann, zeigte mir die Uhr, dass ich nur eine Viertelstunde am Wasser zugebracht hatte. Und dass hinter dem Schilf ein betriebsamer Kanuverein sein Vereinshaus hatte, nahm ich erst beim Wegfahren wahr.
Ich war tatsächlich aus der Zeit herausgetreten.
Dieses Gefühl habe ich für dich in dieses Bild gepackt. Wenn du dich darauf einlässt, kannst du es selbst erleben, immer wieder.
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Stilles Wasser
Stilles Wasser
Du stehst am Wasser. Es ist vielleicht ein stiller Arm des Altrheins oder eines anderen Flusses. Die Strömung ist schwach, kaum zu erkennen. Sie lässt zu, dass Wasserpflanzen gedeihen.
Dunkel das Wasser und doch Scheibe und Spiegel zugleich.
Wachsen, Blühen, Vergehen – dicht gedrängt auf kleinem Raum.
Stille, belebt von Vogelgezwitscher und Froschgesang.
Und hinter der Schilfwand am anderen Ufer fängt die Landwirtschaft an.
Kennst du solche verwunschenen Orte?
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Alles im Fluss
Alles im Fluss
Du spürst beim Hinsehen, dass es hier um die Visualisierung eines Empfindens geht:
Hörst du das Plätschern, mit dem das Wasser munter über Steine fließt?
Spürst du, wie kühl und erfrischend es ist?
Kannst du die frische Luft atmen?
Mach es wie die Iris, die am Ufer blüht. Setz dich und schau dem Spiel der Strömung zu.
Alles im Fluss…
Und auf einmal erkennst du, dass das Motiv dieser beiden Bilder eine Metapher ist. Ein bildhafter Ausdruck für das Leben.
Wenn es läuft, fühlen wir uns leicht und hüpfen wie das Wasser über Hindernisse hinweg. Wir gehen jeden Tag frisch und kraftvoll an. Nichts kann uns aufhalten. Wir blühen auf. Wir sind im Dreamland, fühlen uns wie im Traum.
Aber was, wenn die Zeiten sich ändern? Wenn die Hindernisse auf einmal zu groß werden und wir an uns zweifeln?
Dann kann so ein Bild dir Kraft geben. Dich aufmuntern und dir Mut machen. Dann wird es zum Dreamland, nach dem wir uns sehnen. Damit irgendwann alles wieder im Fluss ist.
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Summertime
Summertime
Du malst eine Serie vom Wasser mit seiner Pflanzenwelt und landest unweigerlich beim Seerosenteich.
Claude Monets überirdisch schöne Gemälde von den Seerosen auf seinem Teich in Giverny sind europäisches Kulturgut. Man kennt sie, sie zieren jedes Jahr die Wandkalender, es sind Ikonen des Impressionismus.
Da stellte sich mir als Künstlerin gut 100 Jahre später die Frage : Ist das heute überhaupt noch möglich? Muss nicht jeder Versuch einer solchen Teichimpression scheitern, weil sie immer mit Monet verglichen würde (selbst unbewusst)?
Es kommt darauf an…
In einem Nachruf auf David Hockney stand sinngemäß über dessen Malerei: Es ging nicht darum, was wir sehen. Es ging darum, wie wir sehen.
Ja. Es ist der subjektive Blick, die zutiefst eigene Empfindung beim Wahrnehmen. Es sind die persönlichen Umstände, Erlebnisse und Prägungen, die in unsere Arbeit einfließen und zum jeweils eigenen Ausdruck führen. Also ging ich das Wagnis ein.
In „Summertime“ konzentrierte ich mich ganz auf das Flirren von Luft und Wasser an einem heißen Tag. Kühle Farben dominieren, Binsen und Seerosenblätter geben Form und Struktur und markieren Schattenzonen. Die Blüten in Rosétönen nur angedeutet. Etwas Rotes zieht als Komplementärkontrast zum vielen Grün durch das Motiv.
Ich stelle mir vor, das Bild hängt in einem Wintergarten zwischen üppigen Pflanzen. Was meinst du?
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Am Seerosenteich
Am Seerosenteich
Mit einem einzigen Seerosenbild war es natürlich nicht getan. Ich spürte ihrer Wirkung auf dem Wasser verschiedener Teiche weiter nach.
Wie verführerisch leuchtet ihr Rosa am Tag, im hellen Sonnenschein, wenn das Licht sich im Wasser bricht und es geradezu weiß erscheinen lässt!
Und siehst du, wie die weißen Blüten in der aufziehenden Dämmerung auf dem dunklen Wasserspiegel erstrahlen?
Welcher Version gibst du den Vorzug?
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Vor der Dämmerung
Vor der Dämmerung
Mit einem einzigen Seerosenbild war es natürlich nicht getan. Ich spürte ihrer Wirkung auf dem Wasser verschiedener Teiche weiter nach.
Wie verführerisch leuchtet ihr Rosa am Tag, im hellen Sonnenschein, wenn das Licht sich im Wasser bricht und es geradezu weiß erscheinen lässt!
Und siehst du, wie die weißen Blüten in der aufziehenden Dämmerung auf dem dunklen Wasserspiegel erstrahlen?
Welcher Version gibst du den Vorzug?
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Dancing upon the water
Dancing upon the water
Kennst du das auch? Es ist früher Morgen. Du sitzt mit einer Tasse Kaffee am Tisch und schaust versonnen auf das große Bild an der Wand gegenüber. Draußen pladdert der Regen, aber im Haus ist es warm und gemütlich.
Du steigst ein in das Bild, und deine Gedanken beginnen zu wandern…
…zurück zu einem sonnigen Tag am Teich. Du hörst den leisen Wellenschlag des Wassers, atmest die Frische. Sonnenstrahlen fallen durch das Laub der Bäume und tanzen als Flecken auf dem Gras am Ufer.
Es ist heiß, aber am Teich weht ein kühler Hauch. Er lässt die Seerosen auf dem Wasser tanzen. Ein perfekter Ort, um zur Ruhe zu kommen und zu entspannen.
So geht es dir immer wieder, wenn du das Bild betrachtest. Es ist groß, es benötigt Raum, um zu wirken. Und es verändert die Atmosphäre deines Zimmers.
Probiere es aus.
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