Versetze dich in diesen herbstlichen Wald mit seinen knorrigen Bäumen. Hörst du das leise Plätschern des Wassers? Die Vogelstimmen? Die Luft ist feucht und kühl, wie wir es im Norden von La Palma oft erleben. Dann ziehen Wolken wie Nebelschwaden an den Berghängen entlang und legen einen leichten Hauch von Geheimnis über den Wald.
Beim Entwurf dieses Bildes kam mir Rainer Maria Rilke in den Sinn, der mehrere Herbstgedichte geschrieben hat. Während eines Aufenthalts in Paris tauschte er sich in Briefen mit seiner Frau Clara unter anderem über die Farben des Herbstes aus.
Im Herbst erleben wir den letzten leuchtenden Glanz der Natur, bevor die lange Winterruhe eintritt und alles in Erstarrung ruht. Doch in den flammenden Farben dieser Jahreszeit liegt bereits das Wissen um einen Neubeginn: das Wiedererwachen der Natur im Frühling mit zartem Grün und frischen Farben.
Es ist das ewige Thema von Werden, Vergehen und Wiederwerden.
So kann dieses Bild dir ein Versprechen geben: Etwas kann zu Ende gehen, aber immer wieder beginnt etwas Neues – auch wenn vielleicht eine endlos scheinende Zeit dazwischenliegt, die dir wie völliger Stillstand vorkommt.
