Du malst eine Serie vom Wasser mit seiner Pflanzenwelt und landest unweigerlich beim Seerosenteich.
Claude Monets überirdisch schöne Gemälde von den Seerosen auf seinem Teich in Giverny sind europäisches Kulturgut. Man kennt sie, sie zieren jedes Jahr die Wandkalender, es sind Ikonen des Impressionismus.
Da stellte sich mir als Künstlerin gut 100 Jahre später die Frage : Ist das heute überhaupt noch möglich? Muss nicht jeder Versuch einer solchen Teichimpression scheitern, weil sie immer mit Monet verglichen würde (selbst unbewusst)?
Es kommt darauf an…
In einem Nachruf auf David Hockney stand sinngemäß über dessen Malerei: Es ging nicht darum, was wir sehen. Es ging darum, wie wir sehen.
Ja. Es ist der subjektive Blick, die zutiefst eigene Empfindung beim Wahrnehmen. Es sind die persönlichen Umstände, Erlebnisse und Prägungen, die in unsere Arbeit einfließen und zum jeweils eigenen Ausdruck führen. Also ging ich das Wagnis ein.
In „Summertime“ konzentrierte ich mich ganz auf das Flirren von Luft und Wasser an einem heißen Tag. Kühle Farben dominieren, Binsen und Seerosenblätter geben Form und Struktur und markieren Schattenzonen. Die Blüten in Rosétönen nur angedeutet. Etwas Rotes zieht als Komplementärkontrast zum vielen Grün durch das Motiv.
Ich stelle mir vor, das Bild hängt in einem Wintergarten zwischen üppigen Pflanzen. Was meinst du?
